Gemeinsam mit den BSC-Kids auf Beeke und Hamme unterwegs

18. August 2017 Geschrieben von Susanne Steeneck. in Aktuelles, Jugendabteilung, Rudern, Rudern & Sport, Wanderrudern

BSC Kinder auf Wanderfahrt beim RV OSCH

Youri Steeneck hat in seiner Funktion als Bundesfreiwilligendienstler des Bremer Nachbarvereins Bremer Sport-Club e.V. eine dreitägige Wanderfahrt mit den Bremer Kindern auf der Hamme und um zu organisiert. Die Gruppe übernachtete bei uns im Bootshaus. Am Donnerstag, den 27. Juli 2017 kamen wir Kindertrainerinnen vom RV OSCH mit ein paar unseren Schützlingen dazu, um gemeinsam mit unseren Gästen zu rudern.

 

Aussichtsturm konnte nicht überzeugen

Die Mannschaften wurden bunt gemischt und in GIG’s gesetzt. Die Tour führte uns als erstes zur Seerosenlandschaft in die Beeke, von da aus dann weiter nach Neu Helgoland. Dort gab es Zeit um ausgiebig zu picknicken und einander schon mal besser kennenzulernen. Außerdem wurde der Aussichtsturm bestiegen. Leider mussten wir aber feststellen, dass das Bauwerk für eine wirklich gute Sicht noch höher hätte sein müssen.

Die Rückfahrt folgte dann auf dem direkten Weg zum RV OSCH. Inzwischen waren die Mannschaften gut zusammengewachsen und die Boote liefen gut. Nachdem die GIG’s geputzt und eingelagert waren, gab es erstmal für alle zur Belohnung ein Eis.

 

Fun-Boot-Rennen war das Highlight!

Jetzt sollte es um Spaß auf und im Wasser gehen. In Schwimmbekleidung wurden die Funeiner zu Wasser gebracht und Lucas brachte Start/Ziel- und Wende-Bojen auf die Hamme. Jeweils ein Kind von jedem Verein bildeten eine Mannschaft und musste gegen ein anderes Team antreten. Zu zweit musste man die Strecke mit einem Boot hinter sich bringen. Bei der Wendeboje wurde der Ruderplatz neu belegt. Dabei wurden verschiedene Techniken und Taktiken entwickelt. Erstaunlicher Weise gewannen fast immer die jüngeren Starter. Einige Kinder kenterten andere versuchten gleich sich am Heck als Motor zu betätigen. Auf jeden Fall hatten alle eine Menge Spaß.

 

Im Anschluss wurden die hungrigen Mäuler mit Wurst und Fleisch sowie mit selbstgemachten Salaten gestopft und der Tag fand einen geselligen Ausklang. Es war wieder mal schön sich mit Ruderern aus einem anderen Verein zu treffen und eine gute Zeit miteinander zu verbringen.

Venedigs VOGALONGA 2017

14. Juni 2017 Geschrieben von Andrea Koester. in Aktuelles, Rudern, Rudern & Sport, Veranstaltungen, Wanderrudern

Erstes Einsetzen in die Adria

mit Kurt aus Köln im Kirchboot!

Keiner von euch Oschern wollte mit! Stattdessen eine Mann/Frauschaft aus Köln, Rinteln, Magdeburg, Celle, Achim, Schleswig – 2 Ruderplätze blieben frei im Kirchboot „Decke Pitter“ – der 13.: Unser Fahrtenleiter Kurt aus Köln steuerte uns in aller Ruhe und Besonnenheit.

 

Am Tag der Vogalonga kleidete er uns in karnevalistisch anmutende Kostüme: langärmlig aus Viskose mit Käppi. Platz 2 unterstützten ihn in Aufmerksamkeit, Umsicht und schneller Ruderbereitschaft bei über 1000 Booten – wir hatten die Nummer 1863!!!, die sich vor der Basilica am Eingang des Canale Grande versammelten und nach freundlicher besinnlicher Ansprache (die Vogalonga ist eine Demo der Muskelbootfahrer gegen die zunehmende Motorisierung – heute wieder besonders aktuell mit den riesigen Kreuzfahrtschiffen) nach Böller und bei Kirchenläuten starten durften: manche singend, elegante Gondeln neben Kutterpullern, feine strohbehütete Herren, schicke junge pink gekleidete Damen, einige Einer-Paddler, die sich gern in unser Fahrwasser hängten… aus Italien, Holland, Frankreich, England, Australien, Deutschland , Katalonien….. …bunt, lebensfroh, weltoffen – eben Venedig, Italien. Wir hatten eins der größten Boote mit großer (Kölner) Flagge, geschmückt am Vorabend mit rot-weiß eingewickelten Flaschen im Netz rundum.

Das Fernsehboot hielt neben uns und machte Großaufnahmen. Im Canale Grande bekamen wir die meisten Zurufe und Klatscher vom Volk am Ufer und auf der Rialtobrücke, von den Vornehmsten aus den Pallazzi. Wasserflaschen und Bananen wurden ins Boot gereicht. Und schließlich flogen uns die Medaillen zu am Ziel!

Die 48 km bei Wind und Wellen mit heißer Sonne machten uns kaum was aus bei soviel Gaudi!

Eingestimmt waren wir zwei Tage vorher, an denen wir nach Torcello ruderten (wunderschöne ausdrucksvolle byzantinische Wandmosaiken, vergleichbar San Marco in Venedig, hier in Ruhe und fast Einsamkeit zu betrachten [Geheimtipp!]), sowie zur bunten Stoff- und Spitzeninsel Burano zwischen skurril anmutenen vom Wasser angefressenen bildhauerisch geformten Duckdalben, brav in der Fahrrinne, um nicht auf Sandbänke aufzulaufen, die nicht immer sichtbar mit Möwen besetzt waren – und zur Glasinsel Murano. Alle boten Anlegeplätze für uns.

Ausklang war noch eine Lagunenfahrt durchs einsame Naturschutzgebiet, wo wir Queller neben Tamarisken und wilden Zwiebelpflanzen bei der Pipipause entdeckten und anschließend übersät waren mit kleinen Kletten, die an den Kunststofffasern besonders fest haften. Die gestörten Möwen beklagten sich mit eher freundlichen Schreien auf italienisch bei uns! Unser Ziel: Ein wunderbares Eis mit erlesenen Sorten und mögliche Parkrast gegenüber im plötzlich auftauchenden Ort Cavallini, den wir nur balancierend erreichen konnten: Die Rudersäcke wurden mit Piekhaken aus dem Boot geangelt, die vorher als Balancierstange gedient hatten.

Ein anschließender Tag ohne eigenes Boot „normaler Tourist“ spielen mit Naschen an der berühmten Biennale, das Canale-Grande-Ufer, die Rialtobrücke als Fußgänger betreten, sich in den schmalen Gassen verlaufen, Espresso in kleiner Bar am Wegesrand als Schutz bei Regenguss, frische italienische Kirschen auf Marktplatz entdecken, Maskenherstellung bewundern, auf einer Büchertreppe hochklettern, auf grünem Plüschsessel (zum Glück für den durchgesessenen und gescheuerten Po!) am Hingerausgang am Seitenkanal sitzen, von der Dachterrasse des Edelkaufhauses Fondaco dei Tedesci den Überblick auf Venedig erleben – das alles immer mit Stolz als Teilnehmer der Vogalonga und damit Kollegen der Gondolieres – ein gutes Gefühl!

Na, wollt Ihr jetzt nächstes Jahr doch zur Vogalonga – wenigstens einmal in euerm Ruderleben!?
Unterkunft war in kleinen Häuschen auf dem Campingplatz in Punta Sabbioni, wo wir auch einen guten Liegeplatz auf eigenem Anhänger mit Seilwinde hatten. Schwimmen in Adriawellen nicht weit entfernt zur abendlichen Entspannung möglich. Nur unser italienisches Essen, das uns unsere Südtirolerin Marlies kochte mit gerne helfenden Gemüse-Schnipplerinnen, wird es bei Euch nicht geben!

Andrea Köster