Teilweise Erneuerung der Hükelüüt

10. Juli 2017 Geschrieben von Youri Steeneck. in Aktuelles, Neues aus der Werkstatt, Rudern

Hier nun der erste Artikel unserer neuen Kategorie „Neues aus der Werkstatt“, in dieser Kategorie werden ab nun Berichte über die aktuellen Arbeiten in unserer Vereinswerkstatt erscheinen:
 

Am 10. Juli 2017 fand unser C-Gig Doppelzweier mit Steuermann, die Hükelüüt ihren Weg in unsere Vereinswerkstatt, aber nicht etwa weil sie kaputt war, sondern zur Erneuerung einiger Bauteile.
 
Unter anderem wurden die nicht verstellbaren Rollschienen aus Edelstahl, welche nur 69 cm lang waren gegen moderne 80 cm verstellbare Aluminium-Rollschienen austauscht. Dieser Austausch war bereits seit Jahren überfällig, denn so kurze, nicht verstellbare Rollschienen gehören eigentlich bereits lange der Vergangenheit an.
 
Zudem wurden die Schlittenrollsitze gegen gebrauchte Kugellagerrollsitze ausgetauscht, damit auch die gesamte Länge der neuen Rollschienen genutzt werden kann.
 
Auch wurde der bisher fehlende Bugball angebracht um die Sicherheit auf Wasser zu erhöhen.
 

Nun kann die Hükelüüt hoffentlich viele weitere Jahre gut zur Ruderausbildung, für Wanderfahren oder aber für das Schulrudern genutzt werden.

Regatta Otterndorf

20. Juni 2017 Geschrieben von Susanne Steeneck. in Aktuelles, Jugendabteilung, Rudern, Rudern & Sport, Veranstaltungen

Regatta Otterndorf 2017

Medaillen fischen auf dem Hadelner Kanal

Otterndorf immer wieder eine Reise wert!

Wie jedes Jahr freuten sich schon alle auf die Regatta in Otterndorf. Dort kann man nicht nur gut Rudern sondern auch auf der gesamten Regattastrecke super zuschauen und anfeuern, die Trainer die Kinder und Junioren im Wettkampf mit dem Rad begleiten, die stets freundliche Atmosphäre genießen, Kontakte knüpfen, den Teamgeist spüren, von den Junioren lernen und gemeinsam anpacken.

 

Sieg in den unterschiedlichsten Klassen

Acht Medaillen brachten die RV OSCH Kinder mit an die Hamme. Was für ein Freudentaumel nach den Rennen. Sportler, Trainer und Eltern jubelten gemeinsam und strahlten über alle Gesichter.

 

Nicht nur Schnelligkeit sondern auch Geschicklichkeit ist wichtig

Gleich der erste Vereinsstart brachte Yannik Angeli (2005) den Sieg beim Slalom. Jasper Nussbaum (2005) war ebenfalls schnell unterwegs, verpasste aber leider eine Boje, musste somit eine Streckenkorrektur vornehmen und deshalb mit dem zweitem Platz in seiner Abteilung vorlieb nehmen. Lukas Weber (2003) und Stina Asmann (2004) waren zum ersten Mal im Einer dabei und zeigten im Slalom, dass Sie ihr Boot schon richtig gut beherrschen.

 

Letzter Start vor dem Landesentscheid

Obwohl Benita Razetti (2003) am späten Nachmittag noch Ihren Abendmahlsgottesdienst anlässlich ihrer am Tag folgenden Konfirmation auf dem Terminzettel hatte, ließ sie es sich nicht nehmen mit ihrer Zweierpartnerin Chantal Schröder (2004) wenigstens für das 1000 m Rennen anzureisen. Diese beiden Athletinnen haben in diesem Jahr erneut das Ziel beim Bundeswettbewerb zu starten. Dafür müssen sie sich beim Landesentscheid in Hannover am 10. und 11. Juni sowohl über die Langstrecke von 3000 m mit Wende als auch auf der 1000 m Distanz beweisen.

Chantal und Benita waren gleich am Start von Null auf 100 da und brachten sich damit in Führung, die sie mit jedem Schlag ausbauten und somit mit großem Abstand und einer Zeit von 4:37,3 in Ihrer Abteilung siegten. Von zwölf Booten im gesamten Rennen war lediglich die Konkurrenz vom Wannsee schneller. Schade, mit denen hätten die beiden sich sicherlich gerne mehrfach gemessen.

 

Das letzte Boot vom Rennen davor wurde gleich mit überholt

Thorben Schnibbe (2004) und Lucas Mauermann (2004) glänzten über 1000 m und über 3000 m im 2x und werden jetzt von den Trainerinnen Susanne Steeneck und Svenja Thiel mit einer Teilnahme am Landesentscheid belohnt.

Mit einer Zeit von 4:41,5 über 1000 m ließen die beiden nicht nur ihre Gegner aus der eigenen Abteilung hinter sich sondern überholen noch das letzte Boot vom Start zuvor. Nach dieser hervorragenden gemeinsamen Arbeit durften sie natürlich am Siegersteg anlegen. Danach hieß es erstmal ausruhen und ausgewogen essen, damit neue Energie für das Langstreckenrennen am Abend bereit steht. Mit langen kräftigen Schlägen kämpften sie sich an das zuvor gestartete Boot (es wird versetzt gestartet) heran, überholten dies nach kurzer Zeit und ließen es locker hinter sich. Nach und nach kam ein Vierer aus der Klasse davor in Sicht, Lucas und Thorben konnten auch diesen erreichen und lieferten sich im Ziel ein Kopf an Kopfrennen mit den Sportlern. Das Team vom Doppelzweier durfte sich für eine tolle Zeit von 15:17,1 wieder eine Medaille umhängen. In beiden Wettkämpfen erruderten lediglich die Gegner vom Hannoverschern RC eine bessere Zeit. Am zweiten Regattatag konnten Lucas und Thorben trotz guter Leistungen sowohl im Einer und im Doppelzweier leider nicht mehr siegen.

 

Jasper Nußbaum und Yannik Angeli überzeugten im 1x und gemeinsam im 2x

Stark allein und im Duo. Vollgas gaben Jasper Nußbaum (2005) und Yannik Angeli (2005 Leichtgewicht) über 300 m im Einer und gemeinsam im Doppelzweier über 500 m und konnten somit alle drei Rennen für sich entscheiden. Im Doppelzweier konnte direkt am Start ein Gegner abgehängt werden, das andere Boot war kurz auf einer Höhe, die RV OSCH Sportler konnten sich dann aber einen guten Vorsprung erarbeiten und bis zum Schluss die Führung verteidigen.

Dass Grinsen in ihren Gesichtern hielt sich über das ganze Wochenende und steckte den ein oder anderen an. Yannik konnte damit an seinen Erfolg in Bremen anknüpfen. Nun heißt es, weiterhin konzentriert im Training mitarbeiten um weiterhin der Konkurrenz das Leben sauer zu machen.

 

Newcomer vorne mit dabei

Lukas Weber (2003 Leichtgewicht) und Stina Asmann (2004) kamen letztes Jahr zu uns in den Verein und trainierten diesen Frühling das erste Mal für eine Regattateilnahme. Leider gab es über dies 500 m Distanz kein Leichtgewichtsrennen, so das Lukas gegen einige körperlich überlegenen Gegner starten musste, trotzdem belegte er einen zweiten Platz in seiner Abteilung und konnte in der Gesamtwertung noch acht Mitstarter hinter sich lassen. Was für ein guter Einstieg ins Rennrudern. Stina hatte etwas Schwierigkeiten beim Start, holte dann aber auf, fuhr ihrer Gegnerin davon und durfte am Siegersteg eine Medaille entgegennehmen. Insgesamt war sie Zweitschnellste von sieben Teilnehmerinnen. Da liegt Potential.

Susanne Steeneck

Venedigs VOGALONGA 2017

14. Juni 2017 Geschrieben von Andrea Koester. in Aktuelles, Rudern, Rudern & Sport, Veranstaltungen, Wanderrudern

Erstes Einsetzen in die Adria

mit Kurt aus Köln im Kirchboot!

Keiner von euch Oschern wollte mit! Stattdessen eine Mann/Frauschaft aus Köln, Rinteln, Magdeburg, Celle, Achim, Schleswig – 2 Ruderplätze blieben frei im Kirchboot „Decke Pitter“ – der 13.: Unser Fahrtenleiter Kurt aus Köln steuerte uns in aller Ruhe und Besonnenheit.

 

Am Tag der Vogalonga kleidete er uns in karnevalistisch anmutende Kostüme: langärmlig aus Viskose mit Käppi. Platz 2 unterstützten ihn in Aufmerksamkeit, Umsicht und schneller Ruderbereitschaft bei über 1000 Booten – wir hatten die Nummer 1863!!!, die sich vor der Basilica am Eingang des Canale Grande versammelten und nach freundlicher besinnlicher Ansprache (die Vogalonga ist eine Demo der Muskelbootfahrer gegen die zunehmende Motorisierung – heute wieder besonders aktuell mit den riesigen Kreuzfahrtschiffen) nach Böller und bei Kirchenläuten starten durften: manche singend, elegante Gondeln neben Kutterpullern, feine strohbehütete Herren, schicke junge pink gekleidete Damen, einige Einer-Paddler, die sich gern in unser Fahrwasser hängten… aus Italien, Holland, Frankreich, England, Australien, Deutschland , Katalonien….. …bunt, lebensfroh, weltoffen – eben Venedig, Italien. Wir hatten eins der größten Boote mit großer (Kölner) Flagge, geschmückt am Vorabend mit rot-weiß eingewickelten Flaschen im Netz rundum.

Das Fernsehboot hielt neben uns und machte Großaufnahmen. Im Canale Grande bekamen wir die meisten Zurufe und Klatscher vom Volk am Ufer und auf der Rialtobrücke, von den Vornehmsten aus den Pallazzi. Wasserflaschen und Bananen wurden ins Boot gereicht. Und schließlich flogen uns die Medaillen zu am Ziel!

Die 48 km bei Wind und Wellen mit heißer Sonne machten uns kaum was aus bei soviel Gaudi!

Eingestimmt waren wir zwei Tage vorher, an denen wir nach Torcello ruderten (wunderschöne ausdrucksvolle byzantinische Wandmosaiken, vergleichbar San Marco in Venedig, hier in Ruhe und fast Einsamkeit zu betrachten [Geheimtipp!]), sowie zur bunten Stoff- und Spitzeninsel Burano zwischen skurril anmutenen vom Wasser angefressenen bildhauerisch geformten Duckdalben, brav in der Fahrrinne, um nicht auf Sandbänke aufzulaufen, die nicht immer sichtbar mit Möwen besetzt waren – und zur Glasinsel Murano. Alle boten Anlegeplätze für uns.

Ausklang war noch eine Lagunenfahrt durchs einsame Naturschutzgebiet, wo wir Queller neben Tamarisken und wilden Zwiebelpflanzen bei der Pipipause entdeckten und anschließend übersät waren mit kleinen Kletten, die an den Kunststofffasern besonders fest haften. Die gestörten Möwen beklagten sich mit eher freundlichen Schreien auf italienisch bei uns! Unser Ziel: Ein wunderbares Eis mit erlesenen Sorten und mögliche Parkrast gegenüber im plötzlich auftauchenden Ort Cavallini, den wir nur balancierend erreichen konnten: Die Rudersäcke wurden mit Piekhaken aus dem Boot geangelt, die vorher als Balancierstange gedient hatten.

Ein anschließender Tag ohne eigenes Boot „normaler Tourist“ spielen mit Naschen an der berühmten Biennale, das Canale-Grande-Ufer, die Rialtobrücke als Fußgänger betreten, sich in den schmalen Gassen verlaufen, Espresso in kleiner Bar am Wegesrand als Schutz bei Regenguss, frische italienische Kirschen auf Marktplatz entdecken, Maskenherstellung bewundern, auf einer Büchertreppe hochklettern, auf grünem Plüschsessel (zum Glück für den durchgesessenen und gescheuerten Po!) am Hingerausgang am Seitenkanal sitzen, von der Dachterrasse des Edelkaufhauses Fondaco dei Tedesci den Überblick auf Venedig erleben – das alles immer mit Stolz als Teilnehmer der Vogalonga und damit Kollegen der Gondolieres – ein gutes Gefühl!

Na, wollt Ihr jetzt nächstes Jahr doch zur Vogalonga – wenigstens einmal in euerm Ruderleben!?
Unterkunft war in kleinen Häuschen auf dem Campingplatz in Punta Sabbioni, wo wir auch einen guten Liegeplatz auf eigenem Anhänger mit Seilwinde hatten. Schwimmen in Adriawellen nicht weit entfernt zur abendlichen Entspannung möglich. Nur unser italienisches Essen, das uns unsere Südtirolerin Marlies kochte mit gerne helfenden Gemüse-Schnipplerinnen, wird es bei Euch nicht geben!

Andrea Köster