Kinder beenden Ergocup-Saison erfolgreich

21. März 2017 Geschrieben von Youri Steeneck. in Aktuelles, Jugendabteilung, Rudern, Rudern & Sport, Veranstaltungen

DRC ErgoCup Hannover

Um den Winter etwas zu verkürzen trainierte die Kinderabteilung fleißig für die Indoorwettkämpfe. Am 21. Januar 2017 machten Chantal Schröder, Benita Razetti, Lukas Weber und Carl Welsch in Begleitung von Trainerin Svenja Thiel den Anfang in Hannover. Für die Jungs war es der erste Ergocup in ihrer Ruderkarriere.

Zuerst ging Benita auf der 1000 m Strecke an den Start und erkämpfte sich mit 4 Sek. Abstand den 1. Platz mit einer Zeit von 4:00.1. Trotz des Erfolgs war sie nicht ganz zufrieden, denn für den Talente-Cup Sieg der Niedersächsischen Ruderjugend reichte es leider nicht, da in der Abteilung vor ihr zwei Athletinnen schneller waren als sie.

Kurz danach starteten unsere männlichen Leichtgewichte ebenfalls über 1000 m. Carl belegte einen guten fünften Platz mit einer Zeit von 4:21.5 und war sowie die Trainerin mit seiner Leistung sehr zufrieden. Lukas, der erst im vergangenen Sommer mit dem Rudern angefangen hat, ergatterte sich den neunter Platz mit einer Zeit von 4:28.8 und ließ damit zwei weitere Athleten hinter sich. Er konnte somit erste Erfahrungen machen und viele Eindrücke mitnehmen.

Zum Schluss hatte Chantal die Strecke über 1000 m vor sich und führte lange das Feld an. Trotz Aktivierung der letzten Reserven zogen zwei Konkurrentinnen dann doch an ihr vorbei. Obgleich ihrer eigenen Bestzeit von 4:03.2 reichte es nur für den 3. Platz.

Nach einer kleineren Pause mit einem Spaziergang traten alle vier Athleten noch einmal gemeinsam bei der Staffel an. Ihr voller Einsatz und optimale Wechsel wurden mit einem 2. Platz belohnt.

Alle vier können stolz auf ihre Ergebnisse sein, konnten erste bzw. weitere Wettkampfpraxis sammeln, Schwächen und Stärken herausfinden und erfahren woran noch gearbeitet werden muss.

Jacobs Ergocup

Sechs Wochen später ging es dann mit einer wesentlich größeren Truppe zum Ergocup der Jacobs University am 04. März 2017. Diese Veranstaltung bietet besonders für Anfänger gute Möglichkeiten sich zu testen und erste Wettkampfluft zu schnuppern. Die kleinen RV OSCH’er hatten sich in zwei nach Alter zusammengestellten Gruppen darauf vorbereitet und haben bewiesen, dass die anstrengenden Trainingseinheiten ordentlich Früchte getragen haben.

Thorben Schnibbe konnte über 1000 m mit einer Zeit von 3:52.8 glänzen und damit im Jahrgang 2004 mit über einer ½ Minute Vorsprung den Sieg holen.

Im 1000 m Leichtgewichtsrennen der 2003er konnte Carl Welsch leider seine Zeit aus Hannover nicht verbessern und erreichte erneut den fünften Platz. Sein Bruder Caspar startete im gleichen Match bei den ein Jahr jüngeren und sicherte sich in seinem ersten Einsatz mit einer Zeit von 04:30.6 den vierten Platz.

Danach folgten Benita Razetti (2003) und Chantal Schröder (2004) über die 1000 m Strecke. Beide verfügen schon über diverse Wettkampferfahrungen und hatten sich entsprechend hohe Ziele gesetzt. Sie konnten jeweils in ihrem Alter die Silbermedaille ergattern. Benita fuhr mit 03:57.2 ihre persönliche Bestzeit und hatte damit nur 1 Sekunde Differenz zu Mieke Liesenhoff vom Bremer RC Hansa. Chantal und Benita haben auch wieder für 2017 anvisiert am Landesentscheid teilzunehmen um sich dort für den Bundeswettbewerb zu qualifizieren und setzten dafür bereits im Winter durch viele Trainingseinheiten gute Voraussetzungen.

Jasper Nußbaum aus der Altersgruppe 2005 können wir ebenfalls zu einem 2. Platz über 1000 m gratulieren. Er konnte mit einer Zeit von 04:20.3 2 Gegner hinter sich lassen. Das gleichaltrige Leichtgewicht Elias Gloe-Carstensen gewann mit einem enormen Vorsprung von zwölf Sekunden auf seinen Konkurrenten sein 1000 m Wettstreit und überraschte alle seine Fans.

Für die Anfängerrennen über 500 m hatten wir gleich 2 Meldungen. Stina Asmann, geboren im Jahr 2004, ging in ihrem Rennen mit einer Zeit von 01:57,4 als erste ins Ziel. Ihre Rivalin aus der Altersstufe darunter folgte ihr nach 14 Sekunden. Ihr männlicher Part Lukas Weber aus 2003 tat es ihr mit einem Vorteil auf seinen ein Jahr jüngeren Widersacher von über 27 Sekunden gleich. Beide konnten sich damit ihre Medaille sichern.

Unser Küken beim Ergocup war Ben Luca Mehrtens. Der 2006er brachte uns über die Distanz von 350 m zum Staunen. Vom Kampfgeist gefasst konnte er sogar seine zum Teil älteren Gegner abschütteln und holte sich mit seiner persönlichen Bestzeit von 01:31.2 den Sieg. Toller Erfolg!

Besonders spaßig für unsere Kinder ist das Heldenduell der Trainer und Betreuer über 234 m. Mutig stellten sich Svenja Thiel, Susanne Steeneck und Youri Steeneck dieser Herausforderung. Leider mussten den weiblichen Bereich Svenja und Susanne unter sich ausfahren. Svenja hängte Susanne mit über sechs Sekunden ab, die während des Rennens vom Sitz rutschte und das restliche Stück nur noch aus den Armen rudernd hinter sich brachte. Damit hatten unsere Schützlinge jede Menge zu lachen. Youri kam bei den Herren als dritter ins Ziel und durfte somit bei der Siegerehrung auch aufs Treppchen.

Mitgereist war von unseren Masters Wiebke Gloe-Carstensen, die im letzten Jahr im RV OSCH das Rudern gelernt und regelmäßig selbstständig auf dem Ergometer trainiert hatte. Wiebke wollte sich über 1000 m behaupten und hatte bei ihrem ersten Rennen gleich die mehrfache Weltmeisterin Marita Hesse vom Vegesacker Ruderverein als Herausforderin. Mit starken Nerven fightete Wiebke konzentriert auf dem Ergo, setzte ihre Taktik um und erzielte eine tolle Zeit von 03:44.7. Marita Hesse siegte mit 03:37.1.

Zum guten Schluss hatten wir die Kinder bei zwei Viererstaffeln über 2000 m (4 x 500 m) gemeldet. Anders als geplant wurde nicht in 3 Abteilungen angetreten, sondern alle 9 Mannschaften unterschiedlicher Geburtsjahre kämpften gegeneinander. Daher variierten die Zeitspannen zwischen 07:20.1 und 09:35.7. Der RV OSCH Nachwuchs bekam mit 07:36.9 und 08:23.3 einen vierten und einen siebten Platz.

Wir gratulieren allen Athleten ganz herzlich, sind stolz auf euch, freuen uns mit euch trainieren zu können und wünschen uns allen eine sportliche, sonnige, spaßige und erfolgreiche Sommersaison.

Svenja Thiel und Susanne Steeneck

Sicherheit auf dem Wasser

21. Januar 2017 Geschrieben von admin. in Aktuelles, Rudern, Rudern & Sport, Sportangebote, Vorstand

Rudern im Winter

Das Rudern ist ein Ganzjahressport geworden, und viele möchten auch im Winter nicht auf das Wassertraining verzichten. Die helle Tageszeit wird ausgenutzt so gut es geht und auch die Freizeitsportler verzichten vor allem am Wochenende bei trockenem Wetter nur ungern auf die Ausfahrten im Boot. Dagegen ist im Grunde auch nichts einzuwenden, wenn man sich über einige Fakten und Vorsichtsmaßnahmen im Klaren ist.

Besondere Vorsicht ist immer geboten. Das Eintauchen des Körpers ins kalte Wasser gilt es zu vermeiden. Auch hervorragende und erfahrene Ruderer können vor dem Kentern oder einem Vollschlagen ihres Bootes nie ganz sicher sein. Auch kann ein Bruch oder Aufspringen der Dolle, ein Wegrutschen des Klemmrings oder das Auffahren auf im Wasser treibende Gegenstände gerade im Kleinboot leicht zum Kentern führen.

Die möglichen Folgen und Folgerungen eines solchen Unglücks, die ich hier aufführen möchte, sind zusammengestellt aus dem Artikel Rudersport 24/2005.

„Kanadische und britische Studien haben gezeigt, dass 60 % der Ertrinkungsfälle in den ersten 15 Minuten passierten.“ „An Unterkühlung sterben nur gut ein Drittel aller tödlich Verunglückten.“ „Dabei gingen 63 Prozent der Unfallopfer in einem Abstand von weniger als 15 Meter zum Ufer unter. Viele waren nicht imstande, auch nur die letzten zwei Meter zu schwimmen.“

Worin liegen die Ursachen?

  1. Der Kälteschock: „Mit dem Eintauchen in kaltes Wasser werden Nervenendigungen in der Haut gereizt und lösen unmittelbar eine reflexartige Reaktion aus.“ Kaum kontrollierbar beginnt ein sehr tiefer Atemzug, der, ist der Kopf noch unter Wasser, zum Inhalieren von Wasser, zu einem akuten Lungenversagen und sofort zum Ertrinken führen kann. Auch ein nicht unterdrückbares schnelles Atmen nach ca. 30 – 60 Sekunden kann zu Krämpfen führen. Das vermehrte Ausatmen von CO2 bei der unkontrollierten Hyperventilation führt zu Muskelzittern, Taubheitsgefühlen und einer Minderung der Gehirndurchblutung, was eine rasche Handlungsunfähigkeit zur Folge hat.
    Wenn der Kopf plötzlich vollständig unter Wasser gerät, kann es zum Verlust der Atemkontrolle und auch nach dem Auftauchen zur kurzfristigen Atemblockade kommen.
    Schon bei nur 15° C Wassertemperatur vermindert sich die Fähigkeit, die Luft anzuhalten um ca. 70 %. In 5° C kaltem Wasser findet man eine Reduktion von 45 auf nur noch 9,5 Sekunden. Dies und auch der „Kälteschmerz“ können sehr schnell zur Panik führen, ein dadurch hervorgerufenes, plötzliches starkes Ausschütten von Stresshormonen kann bei vorgeschädigtem Herzen den Tod durch Infarkt zur Folge haben.
    Dringt kaltes Wasser in die Ohren, wird das Gleichgewichtsgefühl beeinträchtigt, was einen Orientierungsverlust zur Folge hat. Man weiß nicht mehr, wo oben und unten ist und taucht z. B. tiefer statt nach oben.
  2. Das Schwimmversagen: Werden Muskeln und Nerven kälter, kommt es zu einem rapiden Kraftverlust. Nach 3 – 30 Minuten im Wasser unter 15° C kommt es zum Verlust „des Streckvermögens, aber auch der gesamten Koordination von Schwimmbewegungen, bis zum völligen Schwimmversagen und zum Ertrinken.“ Dies erklärt, warum sich in Großbritannien 55 % der Ertrinkungsunfälle innerhalb von 3 m Entfernung von der Rettungsmöglichkeit (Boot, Ufer) ereigneten.
  3. Die Unterkühlung: Sie hängt von vielen Faktoren ab: von Wassertemperatur und Kleidung, Seegang und Strömung, Produktion von Körperwärme durch Kältezittern und Bewegung, dem Verhältnis von Körpermaß zur Körperoberfläche, der Dicke des Unterhautfettgewebes, von körperlicher Fitness, von vorheriger Nahrungsaufnahme, Körperposition im Wasser sowie der Willensstärke des Verunglückten. Der vorherige Genuss von Alkohol beschleunigt die Abkühlung durch die Erweiterung der peripheren Adern.
  4. Kollaps nach Rettung: Auch Stunden nach der Bergung aus dem Wasser ereignen sich noch viele Todesfälle. Als Ursachen werden der Verlust der Kreislaufstabilisierung durch das Wasser, ein Mangel an Kreislaufvolumen, Bluteindickung, Unterkühlung des Herzens sowie der psychische Stress genannt. Es kann auch zu einem weiteren Absinken der Kerntemperatur durch den Rückfluss kalter Blutflüssigkeit aus den Extremitäten kommen.

Wie kann ich nun bei all diesen Gefahren vorbeugen, was sollte ich beachten, wenn ich im Winter trotzdem rudern möchte?

  • Meine eigenen Fähigkeiten sollten besonders gut geprüft werden.
  • Dem Wetter schenke ich besondere Beachtung.
  • Das Boots- und Rudermaterial überprüfe ich auf Funktion und Ordnungsmäßigkeit intensiver als sonst üblich.
  • Die eigene Rettung kann ich vor der Fahrt mental planen.
  • Ein wasserdicht und schwimmfähig verpacktes Mobiltelefon mit programmierter Notrufnummer trage ich am Körper oder ich vergewissere mich, dass mindestens einer aus dem Boot eins dabei hat.
  • Im Kleinboot sollte ich nicht allein, sondern nur in Begleitung anderer oder des Trainers im Motorboot raus fahren und mich nicht zu weit entfernen. In unserem Gebiet beispielsweise bis zur Fußgängerbrücke.
  • Eine Rettungsweste ist zu empfehlen. Es gibt solche, mit denen man ungehindert rudern kann und die durch Ruderer erprobt sind.
  • Geeignete Kleidung, engmaschige Socken, Hose enganliegend und atmungsaktiv, Jacke, hochatmungsaktiv und wasserdicht und Mütze in Signalfarbe können im Ernstfall von entscheidender Bedeutung sein.
  • Renn- und Gig-Großboote haben oft zu wenig eigenen Auftrieb, hier helfen zusätzlich eingebrachte, aufgeblasene Luftsäcke.

Wie verhalte ich mich, wenn der Ernstfall des Kenterns oder Vollschlagens trotz aller Vorsicht doch eintritt?

  • Ich halte den Kopf über Wasser und bringe meine Atmung unter Kontrolle!
  • Wir bleiben alle zusammen am Boot und versuchen den Körper so weit wie möglich aus dem Wasser bekommen, Oberkörper auf den Bootsrumpf legen, gegebenenfalls Ruder als Schwimmhilfe benutzen.
  • Wir rufen Rettung durch lautes Rufen oder per Handy herbei.
  • „Positiv“ denken, die Rettung kommt ganz bestimmt!!
  • Kopfbedeckung/Mütze aufsetzen, um Energie zu sparen.
  • Wenn keine Möglichkeit besteht aus dem Wasser zu kommen: Kopf aus dem Wasser halten, alle Körperbewegungen minimieren und allenfalls die Beine bewegen.
  • „Die Entscheidung zur Selbstrettung durch Schwimmen ans Ufer sollte ausdrücklich der letzte Ausweg wegen Gefahrenstellen wie Wehren und Staustufen sein, weil sie am wenigsten Aussicht auf Erfolg hat.“ Dies trifft vor allen Dingen auf Flüsse und Seen zu und wenn dann mit dem Boot schwimmen.

 Wie verhalte ich mich als Retter? Was kann ich tun, um Verunglückten zu helfen?

  • Ich rufe so schnell wie möglich professionelle Hilfe.
  • Wenn notwendig, gehe ich als Retter so langsam wie möglich ins Wasser und schwimme erst dann, wenn meine Atmung unter Kontrolle ist, sonst braucht ich selbst Hilfe.
  • Das Unfallopfer bringe ich bei der Bergung so schnell wie möglich in die horizontale Lage, um einen Kollaps zu vermeiden.
  • Ich decke das Opfer zu, um es vor weiterem Wärmeverlust zu schützen.
  • Ich bringe oder lasse das Unfallopfer umgehend ins Krankenhaus bringen.

In meinem Schlusssatz schließe ich mich den Ausführungen der Rudersport-Autoren Dr. med. Frank Praetorius, Kardiologe Offenbach und Carl-Friedrich Ratz, Berlin an:

„Mit den Ideen und Maßnahmen sollen für Ruderer einfache Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit und Rettung aufgezeigt werden – ohne Anspruch auf Methodenkompetenz und Vollständigkeit. Es sollte jeder selbst und hoffentlich im „Warmen“ entscheiden.“

Ich hoffe, dass niemand von uns in die Lage kommen wird, diese Ideen und Maßnahmen zu brauchen.

In diesem Sinne: fröhliches Winterrudern!

 

Ausbilder und Helfer gesucht! – Schnupperkurs 2017

4. Januar 2017 Geschrieben von Youri Steeneck. in Aktuelles, Rudern, Rudern & Sport, Rudertechnik, Sportangebote, Veranstaltungen, Vorstand

Liebe Ruderkameraden/innen,

auch in diesem Jahr wollen wir einen Ruderschnupperkurs starten und brauchen eure Unterstützung.

Der Kurs soll den Kriterien des DRV-Konzeptes „Gesundheitssport Rudern“ entsprechen. An zwei Abenden (03.04. und 10.04. jeweils um 19 Uhr) wollen wir die Ausbilder und Helfer mit dem Konzept vertraut machen und Hinweise zur Ausbildung der Kursteilnehmer geben. Der Kurs soll ab Ende April an fünf Abenden montags ab 18 Uhr stattfinden.

Wir freuen uns auf rege Unterstützung, meldet euch bei Elke (Tel. 04793/956528) oder Hannes (Tel. 04791/57573).

Elke und Hannes