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Venedigs VOGALONGA 2017

14. Juni 2017 Geschrieben von Andrea Koester. in Aktuelles, Rudern, Rudern & Sport, Veranstaltungen, Wanderrudern

Erstes Einsetzen in die Adria

mit Kurt aus Köln im Kirchboot!

Keiner von euch Oschern wollte mit! Stattdessen eine Mann/Frauschaft aus Köln, Rinteln, Magdeburg, Celle, Achim, Schleswig – 2 Ruderplätze blieben frei im Kirchboot „Decke Pitter“ – der 13.: Unser Fahrtenleiter Kurt aus Köln steuerte uns in aller Ruhe und Besonnenheit.

 

Am Tag der Vogalonga kleidete er uns in karnevalistisch anmutende Kostüme: langärmlig aus Viskose mit Käppi. Platz 2 unterstützten ihn in Aufmerksamkeit, Umsicht und schneller Ruderbereitschaft bei über 1000 Booten – wir hatten die Nummer 1863!!!, die sich vor der Basilica am Eingang des Canale Grande versammelten und nach freundlicher besinnlicher Ansprache (die Vogalonga ist eine Demo der Muskelbootfahrer gegen die zunehmende Motorisierung – heute wieder besonders aktuell mit den riesigen Kreuzfahrtschiffen) nach Böller und bei Kirchenläuten starten durften: manche singend, elegante Gondeln neben Kutterpullern, feine strohbehütete Herren, schicke junge pink gekleidete Damen, einige Einer-Paddler, die sich gern in unser Fahrwasser hängten… aus Italien, Holland, Frankreich, England, Australien, Deutschland , Katalonien….. …bunt, lebensfroh, weltoffen – eben Venedig, Italien. Wir hatten eins der größten Boote mit großer (Kölner) Flagge, geschmückt am Vorabend mit rot-weiß eingewickelten Flaschen im Netz rundum.

Das Fernsehboot hielt neben uns und machte Großaufnahmen. Im Canale Grande bekamen wir die meisten Zurufe und Klatscher vom Volk am Ufer und auf der Rialtobrücke, von den Vornehmsten aus den Pallazzi. Wasserflaschen und Bananen wurden ins Boot gereicht. Und schließlich flogen uns die Medaillen zu am Ziel!

Die 48 km bei Wind und Wellen mit heißer Sonne machten uns kaum was aus bei soviel Gaudi!

Eingestimmt waren wir zwei Tage vorher, an denen wir nach Torcello ruderten (wunderschöne ausdrucksvolle byzantinische Wandmosaiken, vergleichbar San Marco in Venedig, hier in Ruhe und fast Einsamkeit zu betrachten [Geheimtipp!]), sowie zur bunten Stoff- und Spitzeninsel Burano zwischen skurril anmutenen vom Wasser angefressenen bildhauerisch geformten Duckdalben, brav in der Fahrrinne, um nicht auf Sandbänke aufzulaufen, die nicht immer sichtbar mit Möwen besetzt waren – und zur Glasinsel Murano. Alle boten Anlegeplätze für uns.

Ausklang war noch eine Lagunenfahrt durchs einsame Naturschutzgebiet, wo wir Queller neben Tamarisken und wilden Zwiebelpflanzen bei der Pipipause entdeckten und anschließend übersät waren mit kleinen Kletten, die an den Kunststofffasern besonders fest haften. Die gestörten Möwen beklagten sich mit eher freundlichen Schreien auf italienisch bei uns! Unser Ziel: Ein wunderbares Eis mit erlesenen Sorten und mögliche Parkrast gegenüber im plötzlich auftauchenden Ort Cavallini, den wir nur balancierend erreichen konnten: Die Rudersäcke wurden mit Piekhaken aus dem Boot geangelt, die vorher als Balancierstange gedient hatten.

Ein anschließender Tag ohne eigenes Boot „normaler Tourist“ spielen mit Naschen an der berühmten Biennale, das Canale-Grande-Ufer, die Rialtobrücke als Fußgänger betreten, sich in den schmalen Gassen verlaufen, Espresso in kleiner Bar am Wegesrand als Schutz bei Regenguss, frische italienische Kirschen auf Marktplatz entdecken, Maskenherstellung bewundern, auf einer Büchertreppe hochklettern, auf grünem Plüschsessel (zum Glück für den durchgesessenen und gescheuerten Po!) am Hingerausgang am Seitenkanal sitzen, von der Dachterrasse des Edelkaufhauses Fondaco dei Tedesci den Überblick auf Venedig erleben – das alles immer mit Stolz als Teilnehmer der Vogalonga und damit Kollegen der Gondolieres – ein gutes Gefühl!

Na, wollt Ihr jetzt nächstes Jahr doch zur Vogalonga – wenigstens einmal in euerm Ruderleben!?
Unterkunft war in kleinen Häuschen auf dem Campingplatz in Punta Sabbioni, wo wir auch einen guten Liegeplatz auf eigenem Anhänger mit Seilwinde hatten. Schwimmen in Adriawellen nicht weit entfernt zur abendlichen Entspannung möglich. Nur unser italienisches Essen, das uns unsere Südtirolerin Marlies kochte mit gerne helfenden Gemüse-Schnipplerinnen, wird es bei Euch nicht geben!

Andrea Köster

 

DRV Wanderrudertreffen 2016

27. September 2016 Geschrieben von Andrea Koester. in Aktuelles, Rudern, Rudern & Sport, Veranstaltungen, Wanderrudern

DRV Wanderrudertreffen 2016

Wanderrudertreffen  16. – 18. September 2016 in Bernburg

Ihr wart nicht dabei, aber ich!

mein erstes DRV-Wanderrudertreffen!

als passionierte Wanderruderin hätte ich schon längst an einem  Deutschen Wanderrudertreffen teilnehmen sollen – nun nach 10 Jahren Rudererfahrung wagte ich mich dorthin: zur „Börse der Wanderruderer“, nicht nur der deutschen; z.B. auch aus Frankreich waren Ruderer gekommen, die ihre Fahrten anpriesen, sogar  in deutscher Sprache, wenn gewünscht !

das Ganze fand super-organisiert vom Bernburger Ruderverein an der Saale statt, sodass auch ein Permanentregen – und das in der trockensten Stadt Deutschlands! – der Ruderfreude keinen Abbruch tat. Übernachtung nach Wunsch in empfohlenen Pensionen mit Shuttle zum Bootshaus, sowie einer Jugend Herberge mit Bootsshuttle vom Vereinssteg, der abends bei Mondschein  Venedig-Flair vermittelte, oder in komfortabler gut gelüfteter Turnhalle gleich nebenan mit vielen Aufhängemöglichkeiten zum Trocknen der total durchnässten bis zu 3-fach Garnituren . Wer sich  trockenes Wechselzeug unterwegs anzog in der Mittagspause (die zum Glück unter Überdachung mit heißem Nudelfleisch und Kaffee und Kuchen nach 2/3 Strecke, also 24 km, stattfand), hatte selbst Schuld, denn er war sofort wieder durchnässt: selbst bewährte Regenhosen ließen keine Unterhose trocken.

Und dennoch in modernen Stadtbussen zum Startort Wettin stiegen wir trotz gegenteiliger Anweisung bei strömendem Regen sofort aus, suchten unsere Boote und Mannschaften und starteten zügig mit ca. 60 Booten einschließlich 2 Kirchbooten die Saale hinab, mit 3  Schleusungen in langsamer  Manier, da wir mit vielen Booten uns nicht alle an den Wänden festhalten konnten – bisweilen sich sogar ein Boot quer stellte. Dennoch kamen alle wohlbehalten durch – die Boote hatten sich nur mit Regenwasser wieder erneut gefüllt,  sodass das Kommando Linsen kam, ehe wir weiterfahren konnten. Gut ausgerüstete Wanderruderer hatten natürlich ihre selbstgebastelten effektiven Schöpfgeräte dabei. In der Schleuse kam – oh Wunder – ein Versorgungsboot, das uns verschiedene Getränke anbot, leider keinen Glühwein, da es am Vortage noch Hitze von 30 Grad gegeben hatte; aber Alkoholisches konnte uns wenigstens von innen durchwärmen. Die Steuerleute genosssen diese Tour am wenigsten – mein Steuermann wickelte sich schließlich in eine goldene Notdecke ein; es gab Umsichtige, die einen Schirm dabei hatten, vorher von anderen belächelt, jetzt beneidet.

Was hielt uns bei Laune? Die netten interessanten Unterhaltungen in den gemischten Bootseinteilungen und das Wissen um die tolle herzliche Gastfreundschaft des einladenden Vereins, die wir schon am Vorabend erfahren konnten und die sich dann am Festabend noch steigerte: das ging von genügend warmen Duschen bis reichlich und gutem Essen für alle ohne großes Warten, sowie auch Musik für alle Geschmäcker, wobei bei den schrillen Schalmeien manche sich die Ohren zuhalten mussten, dafür aber den Augenschmaus der schottenberockten Musiker genossen. Andere freuten sich an den jahreszeitlich  pflanzlich liebevoll geschmückten  Tischen oder an einem  zur Theke vorübergehend umfunktionierten 2-er, der in seiner Jugend viele Preise für Düsseldorf gewonnen hatte und nun ein Ehrendasein bei seinem Ruderer in Bernburg führen darf… und als Abschluß  die feierliche Ehrung der „Äquatorianer“ am Sonntag in modernem Festsaal der Stadt.

Was dieser Verein auf die Beine stellte: bewundernswert! Aber die Bernburger hatten ja ihre Gemeinschaft auch vor 3 Jahren nach einer schweren Überschwemmung beim Neuaufbau ihres Ruderheimes gestärkt. Sie haben die Fähigkeit, trotz großer Unbillen, Gutes und Schönes entstehen zu lassen .  DANK an Euch alle in Bernburg , das ich bärenstark erlebte — und tatsächlich gibt es  2 echte Bären unterhalb des Schlosses, das trotz dichter Regenvorhänge für uns sichtbar über der Saale schwebte!

Persönlicher DANK an Dirk Eckelt und Manfred Krüger vom VRV, mit denen ich eine Fahrgemeinschaft gründen konnte.

 

Dieser Bericht so ausführlich, um euch vom RV-OSCH zum nächsten Wanderrudertreffen, das 2017 in Mannheim stattfindet,  zu locken – wie erst kann so etwas bei Sonnenschein sein!

–    Einige Grüße bringe ich euch von anderen Vereinen, die gerne bei uns ruderten.

–    Es war wie ein  großes Familientreffen für mich.

 

Andrea Köster

 

DRV Wanderrudertreffen 2016

DRV Wanderrudertreffen 2016

Winterfreizeit des RVOSCH für Erwachsene im Harz vom 15.-17. Jan. 2016

20. Januar 2016 Geschrieben von Andrea Koester. in Aktuelles, Veranstaltungen

Im November und erst recht über Weihnachten mit Frühlingstemperaturen konnte sich wohl noch niemand eine Winterfreizeit vorstellen – nur die Optimisten meldeten sich bei Hannes an – und hatten großes Glück: ein Skiwochenende wurde uns beschert mit Schnee vom Feinsten.

Hannes gelang es wieder, die verschiedensten Wünsche und Ansprüche leistungsmäßig und qualitätsmäßig zu erfüllen: es gab Fuß-gänger, -wanderer, LL- Ski- gänger,- läufer –und –skater . Alle mussten grüppchenweise auf die vorhandenen PKWs verteilt werden und konnten sich sogar unterwegs noch umentscheiden zimperlich waren wir nicht, wenn es Hämatome oder Dellen auf Schulter und Knie gab – Autokratzer konnten vermieden werden durch die wunderbar sozialen Skisäcke, die alle Utensilien gut zusammenhielten – beim Skitransport im PKW.) Und wer wollte, konnte auch direkt vom Haus aus losgehen.

Eine märchenhaft verschneite Landschaft erfreute uns Tag und Nacht- man sollte auch eine kleine Nachtwanderung von der Unterkunft aus nicht auslassen unter Sternenhimmel oder wie diesmal: zwischen geheimnisvoll wie aus sich selbst heraus leuchtenden Bäumen – auch gut zur Klärung des Kopfes nach langer Autofahrt und Lockerung der Beine für folgende sportliche Aktivitäten. Während der traditonellen Feuerzangenbowle von Andreas am Samstag konnte sich dann keiner mehr dazu aufraffen- es war zu gemütlich .

Mit Hannes Karte und Ralfs GPS ergaben sich immer wieder neue Möglichkeiten, auch kleine Abwege . Nach so vielen Jahren findet Hannes immer wieder neue interessante Strecken für uns. Diesmal ging es Samstag für die Skiläufer ab Oderbrück, Richtung Königskrug weiter an Schierke vorbei( wo Hans-Erdmann leider zu Fuß absteigen musste – wegen sanften aber unreparablen Bindungsbruchs ohne Sturz – und später von Hannes am Ortstreffpunkt wieder aufgelesen wurde ) , Einkehr in netter moderner Blockhaushütte ( wo alle Skigenerationen an den Wänden hingen ) ohne angekündigten Schierker Feuerstein ( wir wissen: die Osterholzer Ruderer haben Alkoholverbot während ihrer sportlichen Aktivitäten ! ),auf Kolonnenweg, auf Winterbergloipe; am Wurmberg konnten wir einen Eindruck vom Abfahrtsskilauf im Harz gewinnen . Über den 3-eckigen Pfahl, den keiner sah, ging es zurück . Manche genossen unsere kleinen Abfahrten, andere schnallten ab und trugen ihre Skier, und schonten so ihre Beläge . Alle kamen zufrieden– erfüllt am Parkplatz wieder an. Sogar die Asse hatten genug !- und abends Muskelkater. Mir schien es insgesamt mehr bergab als bergauf gegangen zu sein ! Später erfuhren wir: es waren 26 km und 560 Höhenmeter, die wir durch den Tannenwald glitten – und dabei vielen freundlich-lächelnd-grüßenden Skiläufern aller Altersgruppen begegneten , mit denen Willi Schneeman auch mal schnackte beim Fotografieren und er musste eben mit dem Namen auch öfter mal stehen ! Hatte seine Anmeldung überhaupt uns den Super-Schnee gebracht ?! Willi, du musst nächstes Jahr wieder mit ! – und für dich soll es dann ja auch Braunen Kohl geben aus Annegrets 7-Sterne-Küche.
Am Samstagmittag waren wir dann auch alle pünktlich zurück ( unsere PKWs schafften es ohne Schnee- ketten, da wir starke Männer hatten zum Schieben ! ) von der Schneewittchenloipe 5,6 km ( 1-2x oder Rennloipe daneben und drunter ) in Sonnenberg , um Annegrets Multi-GemüseAbschiedssuppe mit knackigen Würsten gemeinsam einzunehmen. Elke Ehlich, die diesmal zuhause blieb , hatte uns dennoch für alle kalten Mahlzeiten wie immer reichlich und abwechslungsreich versorgt. So war sie doch – fast – wie immer als „gute Seele an Hannes Seite “ mit dabei.
DANK an alle und für alles!

Wer fragt, warum ein Ruderverein eine Skifreizeit macht, der sollte wissen, dass dabei viele ruderische Fach-, Plan- und Abenteuer-Erinnnerungsgespräche geführt werden.

Teilnehmende: Petra und Ingo Bosse, Wiebke Brockmann, Judith Beermann, Frank Buckwitz, Hilke und Hans Ehlich, Andreas Guhl, Hans-Erdmann Holm, Andrea Köster, Hilke Papenfuß, Willi Schneemann , Annegret und Georg Schütt, Dagmar Schleier-Quittkat, Ulla und Werner Wessels. Genaue Strecken für Eigeninitiativen sind bei Hannes zu erfragen

Andrea Köster